Gerda Breuer
Schmoelz

Einladungskarte

Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne

Symposium: 26. und 27. Februar 2010

Bergische Universität Wuppertal, Universitätsgalerie im Kolkmannhaus

Das Registrieren des deutschen Städtebaus: seine Zerstörung, die »langen Schatten der Trümmerzeit« und der Neuaufbau hat vor allem die Fotografie unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges geleistet. Sie hat sich besondere Verdienste um die Aufhellung des ansonsten schnell ins Dunkel des geschichtlichen Gedächtnisses versinkenden Übergangszeit erworben und beginnt mit einer Architekturfotografie, die aus der Moderne kommt, neue Sichtweisen zu akzentuieren. In nicht unerheblichem Maße dürfte sie, wie die Architektur der fünfziger Jahre selbst, an einer neuen Identitstskonstruktion der sog. Nachkriegsmoderne mitgewirkt haben.

Hat man bislang in Deutschland vorzugsweise der freien Fotografie mit der Gruppe fotoform und der subjektiven fotografie mit ihrem Protagonisten Otto Steinert sowie einzelnen Fotografen wie Chargesheimer, Hannes Kilian, Peter Keetman etc. oder Institutionen wie der photokina und dem Deutschen Lichtbild Aufmerksamkeit geschenkt, soll im Symposium nun vor allem die Auftragsfotografie und angewandte Sachfotografie derjenigen Fotografen ins Blickfeld gerückt werden, die sich auf Architektur und Innenräume sowie städtische Planungen spezialisiert haben.

Mit außergewöhnlich profilierter Auftragsfotografie sind in diesem Zusammenhang Peter Keetmann hervorgetreten, der in den 1950er und frühen 1960er Jahren das VW-Werk in Wolfsburg ablichtete oder Heinrich Heidersberger, der einen Fotoband von der Retortenstadt Wolfsburg zusammenstellte; Karl Hugo Schmölz, der zum Hausfotografen von rheinischen Architekten wie Domenikus und Gottfried Böhm, Rudolf Schwarz und Wilhelm Riphahn avancierte, Fotografen, die mit Städten verbunden sind wie Hans Schafgans mit Bonn, u.v.a.m.

Mit VertreterInnen der Fototheorie und der Architekturgeschichte soll im Symposium der Frage nachgegangen werden, ob die Fotografien zur räumlich-symbolischen Identitätsfindung der Nachkriegsarchitektur und des Wieder- und Neuaufbaus von Städten beigetragen haben, ob sie eine neue Lesart der architektonischen Nachkriegsmoderne initiieren und wie (und ob) sie in einen Dialog mit den Intentionen von Architekten und Raumplanern getreten sind.

Veranstalter
Prof. Dr. Gerda Breuer
Institut für angewandte Kunst– und Bildwissenschaften
Bergische Universität Wuppertal

Symposium und Ausstellung
Galerie im Kolkmannhaus
Hofaue 51–55
42103 Wuppertal

Kontakt
Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich F · Kunst- und Designgeschichte
Prof. Dr. Gerda Breuer
Fuhlrottstraße 10 · 42119 Wuppertal

zur Eröffnung der Ausstellung »Architettura radicale – Anti-Design 1965–1975«

mit einer Führung von Frau Prof. Dr. Gerda Breuer

am Mittwoch, den 5. November 2008 um 18.00 Uhr in der Universitätsgalerie Kolkmannhaus, Hofaue 51-55, 42103 Wuppertal

Auf dem Höhepunkt des italienischen Bel Design, Mitte der 60er Jahre, begannen junge Studenten heftig gegen die etablierte Designszene zu rebellieren. Sie gründeten Designgruppen wie  Superstudio, Archizoom oder Studio 65 und fassten den gesamten Designprozess als „radikale“ Verhaltensform auf. Die Gruppen entwarfen vereinzelt Möbelstücke – einige sind zu Klassikern dieser Bewegung geworden wie etwa der Sessel Blow (von de Pas, d' Urbino, Lomazzi und Scolari, 1967), der Hocker Puffo (Ceretti, Derossi, Rosso – 1970), der Sessel Capitello (Studio 65, 1971) oder der Ruhesessel Donna  (Gaetano Pesce, 1969). Diese Möbel werden heute wieder neu aufgelegt. Vieles von dem, was die Radical-Designgruppen entwickelt haben, ist allerdings auf dem Papier geblieben: Sie legten den Schwerpunkt auf eine grundlegende Reflexion der Designprozesse, verfassten theoretische Aufsätze und Manifeste oder entwickelten Negativ-Utopien.

Die Ausstellung läuft vom 6. November bis zum 10. Dezember und ist samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Gerda Breuer, Teilnahme an »Dornbacht Conversations 01 – Was ist ein moderner Klassiker und welchen Stellenwert hat Klassik in einer transversalen Kultur?«

Dornbracht Symposium in Iserlohn
29. Mai 2008, Beginn: 12.30 Uhr

www.dornbracht.com

Weitere Informationen zum Symposium: www.form.de

Das gute Leben. Der Deutsche Werkbund nach 1945

Symposium am 1. + 2. Juli 2006

Nach seiner Auflösung im »Dritten Reich« formierte sich der Deutsche Werkbund in den ersten Nachkriegsjahren neu und löste heftige Diskussionen über Sinn und Ausrichtung einer zeitgemäßen Formgestaltung aus. Mit großer moralischer Verve wurde der Zusammenhang zwischen der Auffassung von guter Architektur bzw. Produktgestaltung und dem Geist der Modernisierung beschworen. Gelungene Formgebung war Metapher für gute Lebensgestaltung und eine intakte Gesellschaft. Entgegen der heute vorherrschenden Auffassung von der Reprise der Zwanzigerjahre -Moderne und entgegen der Verharmlosung und Verkitschung des 50er und 60er Jahre- Design in den Fifties und Sixties-Trends sollen die eigenständigen Gestaltungsideen dieser Zeit untersucht und auf die neue Definition der Rolle des Werkbund in dieser von der Rezeption der Werkbundgeschichte vernachlässigten Periode eingegangen werden. 13 Vertreter/-innen der Fächer Architektur, Stadtplanung, Fotografie, Design untersuchen exemplarisch Werkbundaktivitäten zwischen 1945 bis Ende der 60er Jahre, der Zeit des großen Protestes gegen die Modelle der Moderne. Es nehmen teil: Hermann Glaser, Karin Wilhelm, Walter Prigge, Sandra Conzelmann-Wagner, Paul Sigel, Irma Noseda, Christopher Oestereich, Siegfried Gronert, Petra Eisele, René Spitz, Klaus Honnef, Franz Xaver Schlegel, Claus Pfingsten.

Die Zähmung der Avantgarde. Zur Rezeption der Moderne in den 50er Jahren

Wuppertaler Gespräche 1

Gerda Breuer (Hg.)

Basel, Frankfurt am Main 1997

Nach der Befreiung vom Faschismus und dem Ende des Krieges entbrannten in der Neuorientierungsphase der 50er Jahre heftige ästhetische Debatten um die moderne Kunst. Für die westdeutsche Kunst selbst war der Versuch kennzeichnend, die Kontinuität zur Klassischen Moderne wieder herzustellen, die man durch das Dritte Reich lediglich unterbrochen sah. Dabei ging das provokative Potential von Teilen der künstlerischen Avantgarde allerdings verloren: Die Avantgarde wurde gezähmt zugunsten der Harmoniesucht der 50er Jahre und einer verklärten Wahrnehmung von Geschichte eine Retrospektive, die für die Post- oder Nachmoderne erneut feststellbar ist, in der die Fünfziger nicht nur in Designzitaten ein Revival feiern.

Neue Stadträume: zwischen Musealisierung, Medialisierung und Gestaltlosigkeit

Wuppertaler Gespräche 2

Gerda Breuer (Hg.)

Basel, Frankfurt am Main 1998

Musealisierung, Medialisierung und Gestaltlosigkeit werden als drei Formen der Auflösung bzw. des Wandels beschrieben. Die Frage, wie und was Stadt heute ist, sein kann und sein soll, kann von einer Fachdisziplin allein nicht mehr beantwortet werden. Den vorliegenden Texten liegt der transdisziplinäre Erfahrungsaustausch des Symposiums an der Bergischen Universität/GH Wuppertal zugrunde. Dort diskutierten am 1. und 2. November 1997 Stadttheoretiker und Architekten, Kunst-, Kultur- und Literaturhistoriker, sowie ein Filmwissenschaftler und ein Philosoph die Bedingungen neuer Beschreibungsansätze von Stadträumen.

Summa summarum. Sammeln heute.

Wuppertaler Gespräche 3

Gerda Breuer (Hg.)

(Roter Stern/Stroemfeld) Basel, Frankfurt am Main 1999

Das Interesse des vorliegenden Bandes gilt nicht den einzelnen Objekten einer Sammlung, sondern Fragen heutiger Sammelstrategien und Konzepte. Die identitäts- und ordnungsstiftenden Kriterien werden hinterfragt, genauso wie die Sammlung als Reflex des historischen und kulturellen Kontextes: Welche neuen Gebiete des Sammelns werden als Spiegelung aktueller Wirklichkeitsverhältnisse oder - bedürfnisse entdeckt? Was sind die Gründe dafür, da§ sich bestimmte Bereiche dem Zugriff der (ästhetischen) Nobilitierung durch das Gesammeltwerden entziehen? Kann es noch die Absicht des Sammlers sein, verbindliche Geschichtsbilder zu entwerfen, oder führt der Weg nicht vielmehr zurück zur einzelnen subjektiven Position? Und schlie§lich: Welche Funktionen übernimmt eine Sammlung im Hinblick auf die durch die neuen Medien revolutionierten Kommunikationsmöglichkeiten?

Bild(er) der Welt(en). Unüberschaubarkeiten zwischen Bilderflut und Anschauungsverlust

Wuppertaler Gespräche 4

(Roter Stern/Stroemfeld) Basel, Frankfurt am Main 2000.
(Hrsg. mit Thomas Schleper, Rheinisches Industriemuseum, Außenstelle Engelskirchen)

Die vielrezitierte »Krise der Repräsentation« im Industrie-Zeitalter betrifft nicht mehr nur einzelne Disziplinen wie die Kunstgeschichte und die Medientheorie. Sie durchzieht alle Wissensdisziplinen ebenso wie Alltag, Politik und Kultur. überall konstatiert man Anschauungsverluste und Bilderfluten, denen mit neuen Konstruktionen begegnet werden muss. Darüber polarisiert sich diese Krise weiter. Diese bisherigen Risse und Spalten, die sich zwischen »Sein« und »Schein« auftaten, weiten sich aus in vielfältige Unüberschaubarkeiten. Der vorliegende Band gibt Beiträge zu einer interdisziplinären Tagung wieder, die vom Rheinischen Industriemuseum Engelskirchen und der Bergischen Universität / GH Wuppertal organisiert wurde. Die einzelnen Texte veranschaulichen Perspektiven auf die neuen Bilder der Welt in verschiedenen Fächern und Arbeitsfeldern.

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